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Glücksspiel

Der Glücksspiel-Begriff

Der Begriff "Glücksspiel" wird oft verwendet, besitzt jedoch partiell unterschiedliche Definitionen. Während grundsätzlich jedes Spiel, welches maßgeblich vom Zufall, beziehungsweise dem Glück abhängig ist, ein Glücksspiel ist, sieht die Rechtslage jedoch eine andere Definition vor. Wegen der strengen Regelungen im Gesetz kann die gewohnte Definition nicht greifen, da sonst nahezu jedes Gesellschaftsspiel in Deutschland verboten wäre. Stattdessen bezieht der Rechtsbegriff auf Spiele, in denen es um Vermögenswerte geht. Ein Glücksspiel ist somit laut dem Gesetz erst ein solches, wenn die teilnehmenden Spieler um Geld oder entsprechend wertvolle Besitztümer spielen. Außerdem wird die grundlegende Komponente des eigentlichen Definition im Rechtsbegriff verwendet, nach Sieg und Niederlage vorwiegend vom Zufall abhängen müssen. Falls Spieler durch Geschick oder Entscheidungen maßgeblich den Spielausgang beeinflussen können, so gilt dies nicht als Glücksspiel.

 

Das klassische Glücksspiel

Das Glücksspiel ist eine sehr alte Branche und geht zurück bis in das antike Griechenland. Allerdings wurden die Ausgänge damals weniger dem Zufall als einer göttlichen Fügung zugesprochen. Das hohe Alter lässt die Vermutung zu, dass es zahlreiche Spiele gibt, welche in die Definition des Glücksspiels passen. Einige in den Casinos angebotenen Spiele sind deutlich älter als andere, genießen jedoch noch immer eine besondere Beliebtheit und einen gewissen Reiz für Spieler. Diese werden häufig auch als "klassische Glücksspiele" bezeichnet.

Zu diesen zählt beispielsweise Blackjack sowie Roulette. Sie bieten dem Spieler die Möglichkeit, Wetten abzuschließen, wobei grundsätzlich der Veranstalter im Vorteil ist. Beim Roulette ist ein sogenanntes Rouletterad im Einsatz. Dieses ist in verschiedene Bereiche eingeteilt, auf denen Zahlen stehen. Je nach Ausführung gibt es 37 oder 38 Zahlen. Im europäischen (französischem) Roulette erstreckt sich der Zahlbereich von 0 bis 36, die amerikanische Ausführung hingegen besitzt zusätzlich eine 00, wodurch der Hausvorteil erhöht wird. Jedes dieser Felder ist außerdem einer Farbe zugeordnet, entweder Rot oder Schwarz. Das Rad wird gedreht und eine weiße Kugel hineingelegt, das Feld auf dem die Kugel liegt, wenn das Roulette zum Stillstand kommt, präsentiert das Ergebnis. Im Vorfeld können die Spieler verschiedene Wetten, mit unterschiedlichen Auszahlungsquoten abschließen. Den höchsten Gewinn gibt es für das Setzen auf eine einzelne Zahl. Allerdings kann beispielsweise auch auf das Erscheinen einer Farbe gewettet werden.

Grundsätzlich liegen fast alle klassischen Glücksspiele dem Prinzip des Wettens zugrunde. Die Spieler setzen Geld auf ein Ereignis und hoffen, dass dieses eintritt. In den verschiedenen Spielen unterscheiden sich zwar Ablauf und Ereignisse, doch das Grundprinzip ist gleich. Neben den klassischen Spielen existiert außerdem die Gruppierung der Spielautomaten, denen nachgesagt wird, die traditionellen Spiele zu verdrängen. Das klassische Glücksspiel wird außerdem noch in "reine" und vom Geschick abhängige Spiele unterteilt.

 

"Reines" und vom Geschick abhängiges Glücksspiel

Anhand der Definition ist erkennbar, dass die rechtliche Einteilung von Spielen als Glücksspiel äußerst schwer ist. Aus diesem Grund gibt es oft in verschiedenen Nationen unterschiedliche Regelungen bezüglich illegalen Glücksspiels. Beispielsweise gilt Backgammon in den USA nicht als Glücksspiel, während das deutsche Gremium sich entschieden hat, das Spiel als solches zu klassifizieren. Das Gesetz orientiert sich oft an der Wahrscheinlichkeitstheorie und fällt anhand dieser oft ihre Entscheidungen bezüglich der Klassifikationen. Während es bei einigen Spielen sehr schwer ist, zu entscheiden, ob es maßgeblich vom Zufall abhängig ist, gibt es auch sehr leicht zu klassifizierende Spiele. Diese werden meist als "reine" Glücksspiele klassifiziert.

Zu diesen zählt unter anderem auch Roulette aber auch Craps und Sic Bo. Bei diesen Spielen ist eine Frage nach dem Zufall unnötig. Wie am Beispiel von Roulette klar zu erkennen ist, gibt es keinen wirklichen Einfluss auf Sieg oder Niederlage durch den Spieler. Egal, wie gesetzt wird, so ist die Chance, zu verlieren noch immer über 50 Prozent und somit ist der Zufall die bestimmende Konstante. Bei anderen Spielen fällt die Klassifizierung jedoch deutlich schwerer. Zu diesen zählen Poker, aber auch Skat. Letzteres wird vom Gesetz jedoch als Gesellschaftsspiel eingestuft. Doch die Entscheidung ist ungewiss, da der Zufall eine große Rolle spielt. Gemindert wird der Einfluss von Glück jedoch durch die vielen Entscheidungsmöglichkeiten.

Anders verhält es sich mit Poker. Die Klassifizierung als Glücksspiel wird immer wieder von Spielern kritisiert. Da dort ebenfalls entsprechende Entscheidungsmöglichkeiten bestehen ist die Wahrscheinlichkeitsberechnung sehr schwer und damit auch die Einstufung. Weltweit werden Turniere für das Spiel veranstaltet, aus welchem schon viele Profis hervorgegangen sind. Auf dieser Tatsache ruhen auch viele Kritiken. Wenn das Spiel so maßgeblich vom Glück beeinflusst werden würde, wie kann es dann sein, dass einige Spieler besser als andere sind? Doch die Entscheidung der Gesetzgeber bleibt unangerührt, da das Glück zu großen Einfluss auf den Spielfluss ausübt. Allerdings kann am Beispiel Poker gut aufgezeigt werden wie schwer und grenzwertig einige Entscheidungen bezüglich der Klassifikation sind.

Spielautomaten oder "Slots"

Spielautomaten existieren seit dem späten 19. Jahrhundert in ihrer heutigen Form. Im Englischen tragen sie den Namen Slot-Machines (Schlitz-Maschinen), weshalb sie in der deutschen Umgangssprache oftmals ebenfalls nur als "Slots" bezeichnet werden. Die Spielautomaten werden meist als zweite Spielgruppe neben dem klassischen Spiel gesehen. Trotz ihres vergleichsweise jungen Alters sind sie inzwischen in einer großen Zahl vorhanden und werden nahezu überall aufgestellt. Neben dem Angebot in Casinos und Spielotheken werden sie außerdem in Restaurants und Tankstellen angetroffen.

Wegen ihrer einfachen Funktionalität und des leicht zu verstehenden Spielprinzips haben sie sich rasch zu den beliebtesten Glücksspielen entwickelt, weshalb ihnen der Ruf anhängt, das klassische Spiel zu verdrängen. Im späten 19. Jahrhundert wurden die ersten 3-Walzen-Automaten entwickelt, welche wegen des großen Starthebels an der Seite und ihrer Eigenschaft einem das Geld zu nehmen, als "Einarmige Banditen" bezeichnet wurden. In der Regel wird ein Startknopf gedrückt oder ein Hebel gezogen, wodurch die Walzen in Bewegung gesetzt werden. Ziel ist es, bestimmte Symbol-Kombinationen angezeigt zu bekommen. Der Spieler hat keinerlei Einfluss auf den Spielfluss und muss gänzlich auf sein Glück vertrauen. Seitdem die ersten virtuellen Bilder durch Computer erzeugt werden können, wurden die klassischen Automaten zunehmend von Geräten abgelöst, die die hölzernen Walzen lediglich virtuell wiedergeben.

 

Die Online-Casinos

In Deutschland ist das Anbieten von Glücksspiel über das Internet verboten. Dennoch existieren zahlreiche ausländische Anbieter, die auch für deutsche Besucher zugänglich sind, da diese nicht von der entsprechenden Gesetzlage abhängig sind. Die Online-Casinos bieten ein weites Spektrum an Spielen und bieten meist mehr als die traditionellen Einrichtungen an. Grund dafür ist, dass sie nicht vom räumlichen Platz abhängig sind. Sie können so viele Spiele anbieten, wie ihr Server über Festplattenspeicher verfügt. Das Spielen in Online-Casinos wird als nächste Generation des Glücksspiels bezeichnet und viele nehmen an, dass die klassischen Einrichtungen zunehmend durch die virtuellen Internet-Plattformen abgelöst werden.

 

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