Rommé wird mittlerweile in vielen verschiedenen Varianten gespielt. Diese unterscheiden sich meist nur unwesentlich. Damit man aber einmal einen kleinen Überblick erhält, was die Feinheiten und Raffinessen angeht, werden hier die unterschiedlichen Spielweisen einmal näher vorgestellt, denn neben den normalen Rommé-Regeln werden hier noch einige Besonderheiten eingebaut.
101 Rum
Wie man sicherlich schon bemerkt hat, wird Rommé nach Partien gespielt, in diesem Fall handelt es sich hierbei um die Variante, in der die Karten nicht ausgespielt und angelegt werden. Jede Partie setzt sich dabei aus einzelnen Spielen zusammen. Hierbei gibt es ein bestimmtes Punkte-System. Ziel ist es, so wenig wie möglich der sogenannten Schlechtpunkte zu sammeln. Denn sobald ein Spieler die Punktzahl 101 erreicht hat, muss dieser ausscheiden. Will man dies verhindern, kann man sich gegen Ableistung eines gewissen Geldbetrags sich wieder in das Spiel zurückkaufen und auf diese Weise seine Schlechtpunkte minimieren, was einem weitere Runden überstehen lässt.
500 Rum
Diese Variante wird landläufig auch Pinochle Rummy oder Michigan Rummy genannt. Entstanden in Frankreich, wurde es in Deutschland erstmals unter Binokel bekannt und auch beliebt. Hier spielt man normalerweise zu dritt oder zu viert. Bei Dreien spielt jeder gegeneinander, bei vier Spielern sitzt man sich jeweils als Pärchen gegenüber. Hier spielt man mit den bekannten 52 Karten, bei mehr Spielern empfiehlt sich ein zweites Deck. Als Besonderheit ist hier zu erwähnen, dass das AS mit 15 Punkten bewertet wird, die sogenannten Gesichterkarten zählen 10 Punkte. Alle übrigen haben einen Wert, der mit 5 Punkten angegeben wird.
Hierbei werden 13 Karten für jeden ausgeteilt. Die verbleibenden Karten sind die sogenannten Bestandskarten, die verdeckt auf den Tisch gelegt werden, nur die oberste Karte wird aufgedeckt auf den Tisch gelegt. Diese bildet die Basis für den Ablagestapel. In Uhrzeigersinn legen die Spieler nun ihre Karten oder die des Ablagestapels an. Das Spiel ist beendet, wenn der Ablagestapel leer ist oder wenn ein Spieler alle seine Karten anlegen konnte. Ziel ist ein Punktestand von 500.
Boat House Rum
Hierbei wird nach normalen Rommé Regeln gespielt. Aber es ist noch erlaubt, 2 zusätzliche Karten vom Stapel zu nehmen, eine kann man dafür wieder ablegen. Das Spiel ist auch hier beendet, wenn ein Spieler seine komplette Hand ablegen kann.
Canasta
Ziel bei der Canasta-Variante ist es, durch die Meldung gleichrangiger Karten, vor allem das Canasta, möglichst viele der Punkte zu gewinnen. Canasta setzt sich in der Regel aus einigen einzelnen Partien zusammen und ist beendet, sobald ein Spieler oder eine Spielergruppe mindestens 5.000 oder mehr Punkte erspielt hat. Die Verlierer mit der entsprechend geringeren Punktzahl müssen an den Gewinner einen Betrag zahlen, der dieser Punktedifferenz entspricht. (Abwandlungen: Samba-Canasta, italienisches Canasta)
Carrousel (amerikanisches Räuber-Rommé)
Hier geht es darum, eine Punktzahl von 150 zu erreichen. Für die auf der Hand verbliebenen Karten gibt es auch Strafpunkte.
Combination Rummy (Liverpool Rummy)
Hier wird mit drei Decks gespielt. Es geht darum, ebenfalls seine Hand abzulegen, die Rangfolge geht von niedrig zu hoch. Das AS kann dabei unten oder oben angesetzt werden. Es ist möglich, die oberste Karte vom Ablagestapel zu kaufen.
Conquian
Dies zählt mit zu der ältesten Variante. Diese Variante wurde früher in Mexiko mit spanischen Karten gespielt, die dann aber durch französische Kartendecks abgelöst wurden. Hierbei gab es nur den Unterschied, dass die Karten 8, 9, 10 nicht gespielt wurden, was das Deck auf insgesamt 40 Karten schrumpfen ließ. (auch Coon Can, Coon King genannt)
Continental Rum
Meist unterscheiden sich die Spiel-Varianten gerade durch die regionalen Begebenheiten, doch die Grundregeln sind gleich. Bei dieser Variante hier ist es möglich, dass auch eine größere Spielergruppe gegeneinander antreten kann. Bis zu 12 Personen sind hier möglich.
Contract Rummy (Hollywood Rummy, King Rummy, Liverpool Rummy, Shanghai Rummy, Zioncheck)
Wie man sieht, gehören zu dieser Gattung wiederum recht viele Varianten dazu. Meist sind die Spielweisen gleich, nur der Name ändert sich. In der Regel sind die Spielrunden hierbei auf insgesamt 10 Runden begrenzt. Auch der Kauf wird hierbei eingeschränkt bzw. wird vor dem Spielbeginn festgelegt
Deutsches Rommé (Rommé mit Auslegen)
Diese Variante wird vor allem in Deutschland sehr gern gespielt, nicht nur im betagten Alter, sondern auch von der jüngeren Generation. Für das Spiel benötigt man 2 Kartendecks sowie 6 Joker. Jeder Spieler bekommt 13 Karten, der Geber selber behält 14 Karten.
Double Rum
Hier wird ein Deck mit 106 Karten verwendet, inklusive 2 Joker. Jeder Spieler erhält 10 Karten. Zu Beginn wird entschieden, ob ein AS einem hohen oder niedrigen Wert zugeordnet wird. Der Joker auf der Hand bringt einem Spieler 15 Punkte.
Fortune Rummy (Oklahoma Rummy)
Je nachdem, wie viele Spieler es sind, werden 10 oder auch nur 7 Karten ausgeteilt. Alle Karten haben den Wert, der auf der Karte angegeben wurde. Die Bildkarten zählen 10, das AS allerdings diesmal nur 1 Punkt. Dies sollte man bei dieser Variante beachten.
Gin Rummy
Hierbei erhalten zwei Spieler jeweils zehn Karten, die nachfolgende Karte wird aufgedeckt. Der Wert dieser Spielkarte bestimmt hierbei das Limit, das für das Klopfen benötigt wird. Wurde z. B. eine Acht aufgedeckt, so darf nur mit acht oder weniger Punkten geklopft werden. Meistens kommt noch hinzu, dass das Spiel bei einem aufgedeckten AS nur mit einem Gin abgeschlossen werden darf. (Oklahoma Gin, Jersey Gin oder Hollywood Gin)
Kaluki (Caloochi, Kalooki 51)
Auch hier werden pro Spieler 13 Karten ausgeteilt. Ziel ist es dabei, alle Karten auf der Hand zu Sätzen und gewissen Folgen zusammenzufügen. Das Ablegen ist allerdings erst dann gestattet, wenn der Wert dieser Karten 51 erreicht hat.
Knock Rummy
Dabei wird ebenfalls mit 52 Karten gespielt, aber die Zählweise der Karten ist anders. Hier wird nach folgender Reihenfolge gespielt. K (höchste), Q, J, 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, A.
Krambambuli
Hier handelt es sich nicht um ein Getränk sonder wiederum um eine Spielart. 2 Kartendecks werden hierfür verwendet, die Joker jedoch weggelassen. Gewinner ist der, der alle Karten aus seiner Hand losgeworden ist. Die Punkte werden nach dem bewährten Prinzip gezählt. Augen gleich Zahlenwert, B/D/K 10 und AS 11 Punkte.
Oklahoma Rummy
Hier zählen die einzelnen Bilderkarten 10 Punkte, während das AS nur mit einem Punkt gezählt wird. Diese Abwandlung von Gin Rummy bestimmt auch den Wert durch die erste aufgedeckte Karte.
Panguingue
Diese Spielart ist für 2 bis 12 Spieler und wird dann auch mit 8 Decks gespielt, die dann jeweils aus 40 Karten bestehen. Hierbei wird wieder die 8, 9 und 10 aus den Decks entfernt. Es beginnt der Spieler, der zu Beginn die niedrigste Karte zieht.
Persisches Rommé (Partner-Rommé)
Dies ist vergleichbar mit dem Rum 500, jedoch werden hier 56 Karten eingesetzt 52 + 4 Joker, wobei ein Joker hier 20 Punkte zählt. Auch Boni werden nach Spielende verteilt, was das komplette Match noch einmal spannend machen kann.
Poker Rummy
Es werden hierbei die gleichen Karten verwendet. Auch die Spielweisen ähneln sich. Beide Varianten werden in diversen Online-Casinos angeboten, in denen man diese einmal testen kann.
Queen City Rum
Hierbei werden an jeden Spieler maximal 7 Karten ausgeteilt. Der Gewinner erhält die Punkte, die der Gegner bzw. die Gegner noch auf der Hand haben.
Rami (Französisches Rommé)
Dies ist die französische Ausdrucksweise. Das Spiel ist auch hier sehr beliebt, was davon zeugt, dass hier für das Spielen auch das französische Kartendeck eingesetzt wird. Die Spielweise unterscheidet sich allerdings von der deutschen Variante nicht.
Räuber-Rommé
Aus Räuber-Rommé entstand das mittlerweile etwas bekanntere Rummikub. Das Besondere ist dabei, das eine angesagte Karte jederzeit wieder aus dem Spiel genommen, sowie aus der eigenen Hand neu angesagt werden. Dies gilt auch für Joker. Es wird kein Ablagestapel verwendet. Es kann auch mit Plättchen gespielt werden.
Straight Rummy
Dabei muss man die Karten der Reihe nach anlegen können. Hierbei kann das As auch unten angelegt und gewertet werden, je nachdem, wie sie benötigt, wird
Tonk (Tunk): Bei Tonk wird in der Regel um Einsätze gespielt, die vor Beginn genau vereinbart wurden. Es bekommt jeder Spieler 5 Karten und gewonnen hat der, der 50 Punkte auf der Hand vorweisen kann und dies mit einem gesprochenen "Tonk" ankündigt.
Ungarisches Rummy
Wie im Namen bereits erkennbar, wurde diese Spielart aus Ungarn übernommen. Sie ist der deutschen Spielweise recht ähnlich. Genauso wie das russische Rommé, sind hier nur die landestypischen Abwandlungen ausschlaggebend.
Vatican
Diese Variante wurde wohl in den päpstlichen Gemäuern gespielt. So entwickelte sich auch daraus eine neue Form, die jedoch vor Spielbeginn genau festgelegt wird. Mittlerweile ist diese Art auch online auf diversen Plattformen spielbar. Das Besondere daran ist, dass man während des Umlaufs keine Karte von Ablagestapel nehmen darf. Es gibt keine Punktwertung.
Wiener Rummy
Hierbei erhält jeder Spieler 10 Karten, nur der Kartengeber selbst gibt sich 11 Karten. Auch hier wird sein Blatt verdeckt auf der Hand gehalten, indem man Serien bildet. Durch das Kartenanlegen oder Dazukaufen, versucht man seine Hand zu verbessern. Man kann dann entweder die Karten auf einmal auslegen oder aber auch klopfen, man kann aber auch Rommé rufen.
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