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WM 2010

Noch ungefähr ein halbes Jahr ist sie entfernt, die Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Damit beschäftigen sich täglich auch südafrikanische Medien. Eins der Themen ist stets: Wie lässt sich Sicherheit während der Spiele organisieren und bewahren? Die Öffentlichkeit im Lande sehnt sich danach, dass die Weltmeisterschaft nicht unter dem Schatten von Furcht ausgetragen zu werden braucht.

Für ein Land mit einer derart sozial spannungsreichen und leidgeprüften Geschichte ist es verständlich, dass überreizte und vorschnell polemisierende Rhetorik auch heute noch gelegentlich auflebt. Doch sie ist nicht mehr stark genug, internationalen Argumenten der Hoffnung, der Menschlichkeit und des Optimismus wirklich gefährlich zu werden.

Medien haben Macht und in einer Weise auch Einfluss darauf, wie Kommunikationen der Südafrikaner mit fußballbegeisterten Besuchern, mit ausländischen Organisatoren und mit den Spielern unterschiedlicher Nationen gebahnt werden. Bis vor Kurzem war es nicht sicher, wie journalistisch fundiert ein Interview des südafrikanischen Fernsehsenders etv mit Kriminellen war, die ankündigten, die WM zum Anlass zu nehmen, Überfälle auf Touristen durchführen zu wollen.

Denn etv weigerte sich zunächst im Namen der Pressefreiheit, die Namen der Interviewpartner zu veröffentlichen. Würde es die Öffentlichkeit aber nicht vielmehr beruhigen, in einer solchen Situation die Pressefreiheit strikt zu ignorieren, um den Unruhestiftern ein Gesicht zu geben und gegen sie vorzugehen? Die Antwort hier lautet: Ja. Mit der Folge, dass einer der Interviewten bereits der Polizei überführt werden konnte. Ein kleiner Sieg über die Angst.

41.000 zusätzliche Polizisten erzeugen in Südafrika für die WM ein koordiniertes Netz der Sicherheit. Dadurch, dass diese Sicherheitskräfte hinzugenommen wurden, besteht nun in Südafrika ein zahlenmäßiges Verhältnis zwischen Polizei und Zivilbevölkerung, wie dies weltweit nicht vergleichbar ist. Für Sicherheitsfachleute und Polizeikoordinatoren aus aller Welt ist es völlig nachvollziehbar, dass sich aufgrund dieser Vorbereitungen die 450.000 WM-Besucher in Südafrika auf völlig geschütztem Terrain befinden werden. Als ranghöchster Beamter zeichnet hier für sämtliche Entscheidungen verantwortlich Polizeichef Cele.

Nachdem vor einigen Wochen drei Fußballspieler aus Togo während des Africa-Cups durch Rebellen getötet wurden, entstand zumindest ein Diskurs über Sicherheit, Afrika und Fußball in manchen – auch ausländischen – Medien. Doch dieser kam bereits rasch zu dem logischen Schluss, der Sicherheit in Südafrika sei völlig und grundlegend zu vertrauen. Denn die tödlichen Vorfälle ereigneten sich im entfernten und völlig andersartigen Angola, wo naturgemäß keine Motivation bestanden hatte, zuvor das Maß an Sicherheit zu verstärken.

 

Und Al-Qaida? Wäre nicht die WM ein mögliches Ziel für einen unberechenbaren Terroranschlag? Mark Schröder verneint dies rigoros. Schröder ist Direktor von Strategic Forecasting, einer US-Geheimdienstfirma. Einschlägigen Behörden und politisch Verantwortlichen ist bekannt, dass Südafrika schon über Jahre hinweg und auch weiterhin als zuverlässiger und logistischer Fluchtpunkt für terroristische Gruppierungen dient. Es wird somit kein Interesse für die beteiligten Kriminellen bestehen, durch überstürzte Handlungen das eigene System auszuhebeln. Lediglich im Jahre 2009 wurde der US-Botschaft in Südafrika eine Terrordrohung übermittelt. Als direkte Reaktion darauf wurde damals bereits begonnen, die Arbeit des südafrikanischen Geheimdienstes kontinuierlich qualitätsmäßig zu verbessern, regelmäßig zu überprüfen und zu verstärken. Genau dies nun geschieht und optimiert sich laufend seit ungefähr einem Jahr, um jetzt wie zufällig einen WM-angepassten Entwicklungsstand erreicht zu haben. Und natürlich auch schon für das Vorfeld und Randereignisse stabil und gründlich Sicherheitsarbeit zu leisten.

 

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